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Beteiligungskapital

Beteiligungsfinanzierung

Bei Beteiligungskapital handelt es sich um Eigenkapital bzw. eigenkapitalähnlichen Finanzierungsformen (Mezzanine), die von Beteiligungskapitalgesellschaften oder privaten Kapitalgebern zur Verfügung gestellt werden. Hierfür sind in der Regel keine banküblichen Sicherheiten notwendig (so genanntes Risikokapital oder Wagniskapital oder "venture capital"). Der Kapitalgeber trägt das Risiko des Verlustes, hat dafür aber auch die Möglichkeit, an den überproportionalen Wertzuwächsen des Unternehmens zu partizipieren. Mit einer Beteiligung können Sie die Eigenkapitalquote Ihres Unternehmens erhöhen, so dass auch die Bank eher einem Kredit zustimmt.

Das Kapital kann in Form einer stillen oder einer offenen Beteiligung zur Verfügung gestellt werden. Bei einer stillen Beteiligung bleibt die Führung des Unternehmens in der Regel allein in Ihren Händen. Bei einer offenen (direkten) Beteiligung nimmt der Kapitalgeber als Miteigentümer des Unternehmens Einfluss auf die Geschäftsführung.

Beteiligungen sind vor allem zur (Mit-)Finanzierung größerer Investitionen, zur Verbesserung der Bilanzstruktur und bei technologieorientierten Gründungen, die oft sehr kostenintensiv sind, geeignet.

Unternehmer oder Gründer, die sich in Sachsen um eine Finanzierung solcher Vorhaben bemühen, finden häufig kein geeignetes Angebot privater Kapitalgeber, besonders im Segment kleinerer Beteiligungen. Damit aussichtsreiche Projekte dennoch verwirklicht werden können, bietet der Freistaat Sachsen öffentlich geförderte Finanzierungsmöglichkeiten über folgende Beteiligungskapitalgesellschaften an:

- Die SBG - Sächsische Beteiligungsgesellschaft mbH, eine Tochter der Sächsischen Aufbaubank - Förderbank, bietet Unternehmen aller Branchen typisch stille und direkte Beteiligungen an, zum Beispiel zur Finanzierung von Wachstum, Turnarounds, MBO/MBI, Spin-Off und anderen Anlässen.

- Die MBG - Mittelständische Beteiligungsgesellschaft mbH, eine Schwestergesellschaft der Bürgschaftsbank Sachsen, beteiligt sich an Unternehmen in traditionellen Branchen. Finanziert werden unter anderem Existenzgründungen, Erweiterungsinvestitionen, Unternehmensnachfolgen, Konsolidierungsvorhaben. - Der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) gliedert sich in zwei Sub-Fonds und finanziert kleine technologieorientierte Unternehmensgründungen in der Frühphase. Der TGFS Seed reicht Beteiligungen bis ein Jahr nach der Gründung aus, damit Unternehmenskonzepte bzw. Produkte bis zur Marktreife entwickelt werden können. Der "TGFS Start-up" geht bis fünf Jahre nach einer Gründung Beteiligungen ein, um zum Beispiel Anschlussfinan-zierungen zu gewährleisten. Der TGFS wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. - Der Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen (WMS) stellt innovativen kleinen und mittleren Unternehmen aller Branchen Beteiligungskapital für die Wachstumsfinanzierung zur Verfügung. Auch der WMS wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Neben diesen Angeboten stellt auch der Bund öffentliche Beteiligungen bereit, etwa über den Hightech-Gründerfonds oder über die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), ERP-Startfonds und ERP-Beteiligungsprogramm. Nähere Informationen zum Thema Beteiligungskapital finden Sie beim Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK).

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